Leseproben zu
"Festung des Teufels"
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Auszug
aus Kapitel 1 "Abtei des Mondes"
Dreizehnter des Fairus im Jahre des Drachenblutes 56.
Ein dunkler, nicht enden wollender Regen legte sich seit Tagen
über die sanften Hügel
„Monshires“,
durchnässte die sattgrünen Wiesen und Wälder
und
ließ die kleinen Bäche zu reißenden
Strömen
anschwellen.
Die Frühjahrsstürme kamen zeitiger und mit einer
ungewohnten
Gewalt. Teile der aufgeweichten Erde wälzten sich in
dunkelbraunen, trägen Lachen in die Täler hinab und
machten
die wenigen Pfade unpassierbar.
Der Orkan schlug tiefe Schneisen in die Wälder. Auf diesen
Schneisen floss das Regenwasser so rasant ab, dass es weit verzweigte
Rinnen in den Boden grub. Es schien, als wollte sich die
Erde dem Unwetter ergeben.
Seit den Abendstunden zog der Sturm ein weiteres Register seines
Könnens: Unaufhörlich jagten sich Blitz und Donner
gegenseitig in einem Tempo, welches die Menschen hierzulande
zusammenrücken ließ. Ihre Sorge galt nicht mehr der
weggeschwemmten Ackerkrume. Vielmehr hatte die rohe Naturgewalt die
Bewohner überrascht. Irgendetwas war anders als bisher und
dieses
„Anders“ grub die Furcht mit jedem Donnerschlag
tiefer in
die Gesichter der Menschen.
Hoch oben, auf einem der größten Hügel
Monshires,
trotzte ein massives Gebäude wacker dem Sturm. Das Unwetter
ließ das Anwesen anhand seiner Umrisse erahnen, die immer
dann
für einen Wimpernschlag aufleuchteten, wenn die Blitze am
düsteren Himmel zuckten.
Es war die „Abtei des Mondes“, die von den
„Priestern
der alten Zeit“ bewirtschaftet wurde. Keiner
außerhalb des
Walls, der die Abtei umgab, wusste Genaues über das Kloster.
Das
Einzige, was bekannt war, war die Tatsache, dass die Priester der
Mondgöttin Selene unterstanden.
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Auszug
aus Kapitel 10 "Sarais Wandlung"
Karkara
warf Holz in die Flammen und stocherte mit einem Stöckchen auf dem
Waldboden herum. Der dünne Ast brach. Karkara zermalmte den Zweig mit
seiner Hand. Er wirkte verärgert.
„So geht das nicht weiter“, erhob er sich angespannt. Sarai sah zu ihm.
Karkara fügte hinzu: „Akira und ich, wir können dich
nicht immer verteidigen.“ Vorwurf und Verachtung lagen in seiner
Stimme.
Sarai
schlang ihre Arme fester um die angewinkelten Beine. Ihr Blick hielt
dem seinen nicht stand, sondern schweifte verunsichert von einer Seite
zur anderen.
Er stand vor ihr. Sie sah immer noch nicht zu ihm hoch, sondern starrte in die lodernden Flammen.
Karkara
setzte unnachgiebig fort: „Wir können uns nicht richtig konzentrieren,
wenn wir genau wissen, dass du jede Sekunde in Gefahr schweben
könntest. Deine Empfindsamkeit treibt uns in den Wahnsinn!“
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